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SINUSITIS
Entzündung einer Nasennebenhöhle

Der Begriff:

"Sinus" bezeichnet in der Anatomie eine lufthaltige Skelett knochen höhle, aber auch eine taschenartige Körperhöhlen- oder Organausbuchtung und die Wortendung "itis" steht für eine En tzündung. Sinusitis bedeutet demnach die En tzündung einer lufthaltigen Skelettknochenhöhle, oder eine taschenartigen Körperhöhlen- oder Organausbuchtung. Es hat sich aber eingebürgert, als Sinusitis die Entzündung einer Nasennebenhöhle, hpts. der Kiefer - (= Sinusitis maxillaris) oder Stirn höhle (= Sinusitis frontalis) zu bezeichnen. Sind alle Nasennebenhöhle n betroffen, so bezeichnet der Mediziner dies als Pansinusitis.

Die einzelnen Nebenhöhlen:

Seltener kommt es zu einer En tzündung der Siebbeinzellen (Sinusitis ethmoidalis) oder der Keilbeinhöhlen (Sinusitis sphenoidalis). Die Sinusitis sphenoidalis unterscheidet sich von den anderen Sinusitiden dadurch, daß hierbei ein Hinterkopfschmerz und Nackenschmerz auftritt.

Die Nasennebenhöhle n stehen mit dem Nasen- Rachen raum in direkter Verbindung und sind deshalb i.d.R. gut belüftet. Ausgekleidet sind sie mit einer Schleimhaut. Damit die Höhlen ständig gereinigt werden, produzieren die Schleimhäute ein Sekret, das in den Nasen-Rachenraum abfließen kann. Verstopfen nun diese Abflußwege, staut sich das Sekret auf und wird damit zu einem idealen Nährboden für Bakterien. Die Schleimhaut entzündet sich und es kommt so zu einer Entzündung, einer Sinusitis. Die Entstehung einer Abflußbehinderung wird begünstigt durch:

  1. Septumdeviation (= erbliche angeborene oder aber erworbene Verbiegung der Nasenscheidewand)
  2. allergisch bedingte Schleimhautschwellung
  3. Erkältung mit Schleimhautschwellung
  4. Hyperplasie (= Größenzunahme eines Organs, Gewebes durch Vermehrung der spezifischer Zellen)
  5. Nasenpolypen (= meist im mittleren oder oberen Nasengang gestielt oder breit aufsitzendes, gutartiges, meist rundlich-kugeliges Geschwulst)

Eine Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis maxillaris) kann auch durch die En tzündung einer Zahn wurzel hervorgerufen werden

Vorherrschende Symptomatik (= Krankheitszeichen)

Häufiger kann es bei einer Pansinusitis (= Entzündung aller Nebenhöhlen), auch zu heftigen, diffusen Kopfschmerzen kommen.

Mögliche Komplikationen: Die En tzündung kann in angrenzende Knochen, Richtung Auge, Gehirnhaut (Gefahr einer Meningitis) oder Gehirn (Gefahr einer Encephalitis) durchbrechen, was dann zu einem lebensbedrohlichen Notfall führt.

Diagnostische Möglichkeiten bei Entzündung einer Nasennebenhöhle:

  1. Labor (Entzündungsparameter, evtl. Keimbestimmung im Vorfeld einer antibiotischen Therapie)
  2. Rhinoskopie (= Nasenhöhlenspiegelung)
  3. Röntgenaufnahme, evtl. auch Computertomographie, insbes. bei Verdacht auf eine Pansinusi tis
  4. evtl. Allergietest bei entsprechendem Verdacht

Zur Behandlung einer akuten Sinusitis verordnet der Arzt schleimhautabschwellende Medikamente, auch können Nasenspülungen und Inhalationen mit Salzwasser durchgeführt werden. Schmerzmittel sollten auch antientzündlich wirken. Manchmal kommt man aber bei der Entzündung einer Nasennebenhöhle um Antibiotika nicht herum.

Spezielle Schmerztherapie:
Verblüffend effektiv und prompt wirksam* ist eine bewährte Methode der speziellen Schmerztherapie, nämlich die therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel). Dabei wird bei einer Sinusitis fron talis der gleichseitige Nervus supraorbitalis (evtl. auch supratrochlearis) und bei einer Sinusitis max illaris der gleichseitige Nervus infraorbitalis an seinem Austrittspunkt mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) blockiert. Verwendet wird dazu eine ganz feine Kanüle, so man den Einstich kaum spürt. Innerhalb kurzer Zeit (1-2 Minuten) klingen die Schmerz en i.d.R. völlig ab. Darüber hinaus kommt es zumindest für die Wirkzeit des gespritzten Medikaments (bei Bupivacain ca. 4-6 Stunden und länger) zu einer erheblich besseren Durchblutung der betroffenen Neben höhle. Diese Optimierung der Durchblutung wirkt einer entzündlichen Ursache kausal (= ursächlich) entgegen. Diese Behandlung ist (abgesehen von einer möglichen, aber sehr seltenen Allergie) in der verwendeten Dosierung (1-2 ml Bupivacain 0,5%) als völlig unbedenklich einzustufen.

Manchmal geht eine Sinusitis trotz (herkömmlicher) fachspezifischer Therapiemaßnahmen in ein chronisches Stadium über, nicht selten im Rahmen von Allergien oder Zahnentzündungen. Zu einer Chronifizierung neigen Sinusitis -Erkrankungen auch, wenn anatomische Normabweichungen oder Vorerkrankungen bestehen, so z.B. bei bereits oben erwähnter Septumdeviation (= erbliche angeborene oder aber erworbene Verbiegung der Nasenscheidewand), Hyperplasie (= Größenzunahme eines Organs, Gewebes durch Vermehrung der spezifischer Zellen) oder Nasenpolypen (= meist im mittleren oder oberen Nasengang gestielt oder breit aufsitzendes, gutartiges, meist rundlich-kugeliges Geschwulst). In den letztgenannten Fällen kann eine Operation in Erwägung gezogen werden.

Sehr hilfreich ist bei chronischer Entzündung einer Nasennebenhöhle ebenfalls die weiter oben beschriebene therapeutische Lokalanästhesie im Rahmen einer Schmerztherapie. Zur Behandlung einer chronische n Sinusitis reichen allerdings einzelne Blockaden wie beschrieben nicht aus, sondern diese Therapie muß dann konsequent seriell in kurzen Abständen durchgeführt werden. Zusätzlich sind wiederholte Blockaden des Ganglion cervicale superius** (= eine vegetative Schaltstelle im Rachenbereich) oder auch Stellatumblockade n (= das Ganglion stellatum ist eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich) zu empfehlen.Letztere helfen auch bei Sinusitis shenoidalis und ethmoidalis. Bei einer Sin. ethmoidalis können auch Blockaden des N. supratrochlearis versucht werden.
Optimal ist eine 2-3 mal tägliche Behandlung (auch an Wochenenden) über einen längeren Zeitraum (z.B. 5-10 Tage lang), was i.d.R. aber nur im Rahmen eines (kurzen) stationären Aufenthalts möglich ist.
Bei einer chronische
n Sinusitis fron talis kann auch eine kontinuierliche Blockade durchgeführt werden, in dem ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) an den Austrittspunkt des N. supraorbitalis eingepflanzt wird, über den dann mehrmals täglich das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzfrei eingespritzt werden kann.

Daß ein Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirkt, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

* Man fragt sich natürlich, warum diese Behandlung denn nicht regelmäßig von HNO-Ärzten durchgeführt wird. Nun, Nervenblockaden der beschrieben Art setzen eine gewisse Übung voraus, wie sie regelmäßig nur von Ärzten erreicht wird, die ständig mit Schmerzen zu tun haben, eben halt Schmerztherapeuten.

** Die Blockade des Ganglion cervicale superius erfolgt als GLOA (= Blockade mit einem Opium-ähnlichen Wirkstoff), der Nachteil gegenüber der Verwendung eines Lokalanästhetikums (= örtliches Betäubungsmittel) ist aber, daß die Wirkung auch bei wiederholter Anwendung kaum anhaltend ist, da die sympathikolytische (= gefäßerweiternde) Komponente nur gering oder gar nicht ausgeprägt ist.

Das Bundesministerium für Gesundheit teilt auf der Web-Seite der Bundesregierung mit, dass alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen dürfen. Lesen Sie dazu auch einen Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05 und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)).

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Aktualisiert: >27.12.2008</> kusb&
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